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Atem, Bewegung, Töne

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über den autor

Simon ist Coach,
Beziehungsexperte, Author und tätig in eigener Praxis für
Psychotherapie.

Er hilft Menschen auf ihrem Weg der Selbstverwirklichung und dabei mehr Lebendigkeit und Verbindung zu erschaffen.

Er arbeitet traumasensibel und inneres-Kind bewusst um wirklich nachhaltig, alte Muster und Dynamiken zu transformieren.

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Atem, Bewegung, Töne

Wie du dein Nervensystem selbst regulieren kannst

Einleitung

Selbstregulation des Nervensystems bezeichnet die Fähigkeit, durch eigene Mittel – ohne externe Intervention – den Zustand des autonomen Nervensystems zu beeinflussen und in Richtung ventrale vagale Aktivierung (Sicherheit, Verbindung, Präsenz) zu verschieben. Die drei wirksamsten und zugänglichsten Werkzeuge dafür sind Atemarbeit, körperliche Bewegung und Stimmklang – weil sie alle direkt physiologische Signale erzeugen, die das ANS versteht.

Lösungswege und vieles mehr erfährst du im folgenden Artikel …

Ich möchte diesen Artikel mit etwas beginnen, das ich wichtig finde zu sagen: Selbstregulation ist wertvoll – und sie hat Grenzen. Wer tiefe Traumatisierung erlebt hat, wessen Nervensystem chronisch dysreguliert ist, braucht oft mehr als Selbsthilfeübungen. Die Werkzeuge in diesem Artikel sind echte Werkzeuge, keine Wundermittel. Und sie sind am wirksamsten, wenn sie in einem Kontext angewendet werden, in dem das System grundsätzlich ausreichend Sicherheit erfahren hat.

 

Mit diesem Vorbehalt gesagt: Atem, Bewegung und Töne sind neurobiologisch so direkt auf das autonome Nervensystem ausgerichtet, dass sie – konsistent eingesetzt – einen echten Unterschied machen können. Nicht weil sie Probleme lösen, sondern weil sie dem Nervensystem ermöglichen, sich selbst zu finden.

Hi, ich bin Simon, ich bin Coach und Trauma Therapeut. Ich begleite Menschen zurück in ihre authentische Kraft. So können sich z.B. auch deine Beziehungen verändern –

die Voraussetzung ist die wichtigste Beziehung: Die Beziehung zu dir selbst.

Wenn dich das interessiert, biete ich dir ein kostenloses Klarheitsgespräch.

Viel Spass bei dem Artikel …

Warum Atem, Bewegung und Töne?

Diese drei haben etwas gemeinsam, das sie von vielen anderen Regulationsansätzen unterscheidet: Sie sprechen die Sprache des Nervensystems. Das autonome Nervensystem kommuniziert nicht über Gedanken und Konzepte – es kommuniziert über sensorische Signale. Über Rhythmus, Druck, Vibration, Bewegung, Atemfrequenz, Herzratenvariabilität.

 

Atem ist der einzige unwillkürliche Körperprozess, den wir auch bewusst steuern können. Das macht ihn zu einem einzigartigen Brückenwerkzeug zwischen dem bewussten und dem autonomen Nervensystem. Wenn wir die Atemfrequenz und -tiefe verändern, verändern wir direkt die physiologischen Parameter, die das ANS zur Einschätzung des Zustands nutzt.

 

Bewegung löst körperlich akkumulierte Spannung auf und stimuliert gleichzeitig das vestibuläre System – einen Sinneskanal, der eng mit dem Vagusnerv verbunden ist und direkt regulierend wirkt. Rhythmische Bewegung hat zusätzlich eine besänftigende Wirkung, die mit der frühkindlichen Erfahrung von Getragenwerden verbunden ist.

 

Töne und Stimme aktivieren über Vibration und Resonanz direkt den Vagusnerv. Die Stimmbänder, der Rachen und die Ohren sind physiologisch mit dem ventralen Vagus verbunden – dem Nerv, der mit sozialem Engagement und Sicherheit assoziiert ist. Das erklärt, warum Summen, Singen oder tiefes Vokalklang nicht nur angenehm ist, sondern messbare Auswirkungen auf die Herzratenvariabilität hat.

Atem – der direkteste Weg ins Nervensystem

Es gibt einen einfachen neurobiologischen Grundsatz, der sich hinter vielen Atemempfehlungen verbirgt: Das Einatmen aktiviert das sympathische Nervensystem. Das Ausatmen aktiviert den Parasympathikus. Das bedeutet: Der Ausatem ist der Regulationsatem.

 

Ein langes, tiefes Ausatmen – länger als das Einatmen – sendet dem Nervensystem das Signal: Es ist sicher. Du musst nicht bereit sein. Du kannst loslassen. Die Herzfrequenz sinkt beim Ausatmen leicht ab. Wenn dieser Vorgang regelmäßig stattfindet, normalisiert sich die Herzratenvariabilität – ein verlässlicher Marker für Nervensystemregulation.

 

Eine einfache Praxis: Einatmen auf vier Zählzeiten, Ausatmen auf sechs bis acht. Nicht mit Druck – mit Einladung. Die Ausatmung sollte sich weich anfühlen, nicht gepresst. Wenn du merkst, dass du anfängst, gegen das Atmen zu kämpfen, ist das ein Signal: langsamer, sanfter, weniger.

 

Eine weitere wirksame Atempraxis ist das Voo-Atmen aus dem Somatic Experiencing: Tief einatmen, dann beim Ausatmen ein tiefes, langgezogenes VoooooO formen. Die Vibration dieses Lautes stimuliert direkt den Vagusnerv über die Resonanz im Brustraum. Klingt seltsam. Wirkt.

Bewegung – wenn der Körper die Lösung trägt

Peter Levine, der Begründer von Somatic Experiencing, hat durch ethologische Beobachtungen beschrieben, wie Tiere nach Bedrohungserfahrungen spontan zittern, schütteln, sich schütteln – um die mobilisierte Energie des Stresses zu entladen. Menschen unterdrücken diesen Prozess oft, aus sozialen Gründen oder weil die kognitive Kontrolle eingreift.

TRE – Trauma Release Exercises, entwickelt von David Berceli – basiert auf diesem Prinzip: Durch spezifische Körperpositionen, die den Psoas und die tiefen Rumpfmuskeln ermüden, wird ein natürliches Zittern ausgelöst, das das Nervensystem auf neurophysiologische Weise entspannt. Es ist keine Technik im eigentlichen Sinne – es ist eine Einladung an den Körper, das zu tun, was er evolutionär schon immer gewusst hat.

Einfacher und im Alltag zugänglicher: Schütteln. Buchstäblich. Stehe auf, lass deine Hände locker hängen und schüttle sie. Dann die Arme, den ganzen Körper. 2-3 Minuten. Das fühlt sich zunächst lächerlich an – und dann, nach einiger Zeit, etwas leichter. Das ist keine Magie, das ist das Nervensystem, das mobilisierte Energie entlädt.

Rhythmische Bewegung – langsames Gehen, Schwimmen, Tanzen zu sanfter Musik – hat eine besänftigende Qualität, die über das reine Bewegen hinausgeht. Der Rhythmus synchronisiert sich mit biologischen Rhythmen und sendet dem Nervensystem Sicherheitssignale.

Töne und Stimme – der unterschätzte Vagusnerv-Aktivator

Der Vagusnerv ist der längste Hirnnerv und das zentrale Element des parasympathischen Nervensystems. Was viele nicht wissen: Er ist direkt mit dem Rachen, den Stimmbändern und dem Mittelteil des Ohres verbunden. Das bedeutet: Durch Stimmverwendung und durch das Hören bestimmter Klänge kann der Vagusnerv direkt stimuliert werden.

Summen ist eine der einfachsten und zugänglichsten Vagusnerv-Übungen, die es gibt. Ein tiefes, langes Summton – mmmmm oder oooooo – erzeugt Vibration im Rachen und in der Brust, die direkt auf den Vagusnerv wirkt. In Studien konnte gezeigt werden, dass regelmäßiges Summen die Herzratenvariabilität erhöht und Stressmarker senkt.

Singen hat ähnliche Effekte – und zusätzlich den Aspekt des sozialen Engagements, wenn es in Gemeinschaft stattfindet. Chorgesang, der in vielen Kulturen eine lange Tradition hat, ist neurobiologisch kein Zufall: Er aktiviert gleichzeitig soziale Verbindung, Atemregulation und Vagusnerv-Stimulation.

Laute wie Haaa (beim Ausatmen), Vooo und tiefes Summen sind besonders wirksam, weil sie tiefe Resonanz erzeugen. Keine Sorge, du musst kein musikalisches Talent haben. Das Nervensystem hört auf Schwingung, nicht auf Schönheit.

person humming singing alone nature voice sound calm resonance

— Wenn du möchtest, probiere es jetzt kurz: Atme einmal tief ein – und beim Ausatmen form ein langes, tiefes Vooooo. Lass die Vibration in deiner Brust ankommen. Wie fühlt sich das an? Vielleicht nichts Dramatisches. Vielleicht ein kleines Nachlassen von etwas. Das ist genug. —

Eine einfache Tagesstruktur für Selbstregulation

Nervensystemregulation wirkt kumulativ. Eine einzige Übung verändert wenig. Regelmäßige, kleine Impulse über Wochen und Monate verändern das System nachhaltig.

 

Morgens – nach dem Aufwachen, bevor der Alltag startet: zwei bis drei Minuten tiefes Atmen mit langen Ausatemzügen. Kurzes Körperspüren: Wie fühlt sich das System heute an? Keine Bewertung – nur Kontakt.

 

Mittags oder in Pausen: kurze Bewegungspausen. Schütteln, Dehnen, einige Minuten spazieren gehen. Den Kontakt zum Körper erneuern nach Stunden im Sitzen oder im Kopf.

 

Abends: Summen oder Singen – selbst wenn nur für fünf Minuten, selbst wenn nur in der Dusche. Rhythmische Musik hören. Den sozialen Vagus aktivieren durch echte, ruhige Verbindung – ein Gespräch, das Präsenz hat, nicht nur Inhalt.

 

Diese Struktur ist kein Programm, das perfekt eingehalten werden muss. Sie ist ein Rahmen, der hilft, das Nervensystem im Laufe des Tages immer wieder an Sicherheit zu erinnern. Das ist genug.

person breathing outdoors open arms body awareness movement calm embodied

Häufige Fragen (FAQ)

F: Wie lange bis ich erste Wirkungen spüre?

Erste subtile Wirkungen können schnell eintreten – manchmal bereits nach einer einzelnen Übung. Nachhaltige Veränderung braucht Wochen regelmäßiger Praxis. Das Nervensystem lernt durch Wiederholung, nicht durch Intensität.

F: Kann ich diese Übungen auch machen, wenn ich gerade sehr aufgewühlt bin?

Einige ja, andere weniger. In hoher Aktivierung sind einfache Erdungsübungen hilfreicher als tiefe Atemarbeit. Den Boden spüren, die Umgebung bewusst wahrnehmen, etwas Kühles halten – das bringt das Nervensystem zuerst ein Stück zurück. Danach können tiefere Übungen eingesetzt werden.

F: Darf ich Atemübungen und Bewegung kombinieren?

Ja, und das kann sehr wirksam sein. Bewegung mit bewusstem Atem – zum Beispiel beim Gehen auf das Ein- und Ausatmen achten – ist eine klassische Achtsamkeitspraxis, die gleichzeitig auf mehreren Nervensystem-Ebenen wirkt.

F: Muss ich beim Summen einen bestimmten Ton treffen?

Nein. Das Nervensystem reagiert auf die Vibration, nicht auf die Tonhöhe oder die musikalische Qualität. Tief ist besser als hoch – weil tiefere Töne mehr Brustkorbresonanz erzeugen. Aber selbst ein hohes Summen hat Wirkung.

F: Gibt es Situationen, in denen diese Übungen kontraproduktiv sein können?

Ja. Bei starker Dissoziation kann tiefe Atemarbeit Dissoziation verstärken, weil sie zu viel Innenwahrnehmung einlädt. In diesem Fall ist Erdung durch sensorische Außenreize hilfreicher. Wer starke traumatische Reaktionen hat, sollte Körperarbeit in einem begleiteten Kontext einführen.

F: Was ist der Unterschied zwischen diesen Übungen und Meditation?

Meditation zielt oft auf Bewusstseinsregulation und Aufmerksamkeitstraining ab. Die hier beschriebenen Übungen zielen primär auf das autonome Nervensystem – also auf physiologische Regulation. Beides kann sich gegenseitig unterstützen, ist aber nicht identisch. Für Menschen, die Schwierigkeiten mit Stille haben, können körperorientierte Zugänge zugänglicher sein als klassische Meditation.

Wenn du dich hier erkennst

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt: Das sind Werkzeuge, die ich schon habe. Atem, Körper, Stimme – die sind immer bei mir. Und vielleicht auch: Ich habe nie wirklich darauf geachtet, wie ich sie einsetze.

Das ist ein guter Anfang. Nicht als neues Perfektionismusprojekt, sondern als freundliche Neugier: Was passiert, wenn ich meinem Nervensystem ab und zu ein Signal der Sicherheit gebe?

Wenn du das Gefühl hast, dass du dabei Begleitung gebrauchen könntest – um das in deinen konkreten Alltag und deine konkreten Muster einzubinden –, biete ich ein kostenloses Klarheitsgespräch an.

→ Zum Klarheitsgespräch: simonkarim.de/klarheitsgespraech

Much Love,

Simon

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Ich bin Simon Karim Frembgen – traumasensibler Coach für Selbstverwirklichung, Beziehungsexperte, Autor und tätig in eigener Praxis für Psychotherapie.

Die Beziehungen, die wir führen – und auch die, die wir nicht führen können oder vermeiden – zeigen uns oft sehr deutlich, wie unser Bindungssystem geprägt ist.
Gerade im Kontakt zu anderen Menschen werden unbewusste Muster spürbar.

 

Das kann herausfordernd sein, denn auch unsere Schutz- und Bewältigungsstrategien wirken hier stark mit. Das Fundament unserer Beziehungsfähigkeit lässt sich auf drei wesentliche Säulen zurückführen:

 

1. Liebevoller Selbstkontakt – die Fähigkeit, sich selbst zu spüren und wahrzunehmen,
was gerade gebraucht wird.

 

2. Gefühlsarbeit & Emotionsregulation – die Fähigkeit Gefühle zu fühlen ohne etwas
damit zu tun und ein neuer Umgang mit Stress, Schmerz und Überforderung.

 

3. Beziehungsvertrauen – das Vertrauen, dass Verbindung möglich ist,
ohne sich selbst zu verlieren oder verletzt zu werden.

 

Diese drei Säulen können – unabhängig von früheren Erfahrungen – bewusst entwickelt und gestärkt werden und sind fester Bestandteil meiner Arbeit und meiner
5 Phasen der Traumaheilung.

 

Bindung ist nicht nur ein Ergebnis der Vergangenheit. Sie ist auch eine Entscheidung 

im Hier und Jetzt – und ein Weg zurück zu Dir selbst.

 

Infos zu meiner Vita und Vision findest du hier: Wer ist Simon Karim?

Wenn du an Traumaarbeit und der Auflösung von alten Mustern und Beziehungsdynamiken interessiert bist, empfehle ich dir auch mal hier auf meine Seite zur NARM-Therapie zu schauen:

 

NARM zur Lösung von Bindungstrauma

Die Arbeit mit dem „Neuroaffektiven Beziehungsmodell“ für viele Menschen ein Hauptbaustein zur Veränderung der Bindungsdynamik. NARM ist ein relativ neuer Ansatz der von dem Amerikaner Laurence Heller entwickelt wurde.

 

Ich selber arbeite auch als NARM-Therapeut und wenn du neugierig bist,
kannst du hier mehr erfahren: https://simonkarim.de/narm-therapie/

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